Haftung für Prospektfehler

Bei Fehlern in dem Fondsprospekt können sich Anleger insbesondere gegenüber den Prospektverantwortlichen und Prospektherausgebern auf Prospekthaftungsansprüche berufen.

Die wesentlichen Angaben des Fondsprospektes müssen richtig und vollständig sein. Sind sie dies nicht, haften nach der Rechtsprechung Herausgeber des Prospekts und die für die Prospekterstellung Verantwortlichen, insbesondere die das Management bildenden Initiatoren, Gestalter und Gründer einer Publikums-Kommanditgesellschaft, sowie die hinter der Anlagegesellschaft und der Komplementär-GmbH stehenden Personen, die neben der Geschäftsleitung besonderen Einfluss ausüben und Mitverantwortung tragen. Es besteht dann ein Anspruch auf Übernahme der Fondsanteile gegen Erstattung des Erwerbspreises und der mit dem Erwerb verbundenen Kosten, ggf. auch weiterreichende Schadensersatzansprüche. Dieser Prospekthaftungsanspruch verjährt allerdings bereits ein Jahr nach Kenntnis, spätestens aber drei Jahre nach Veröffentlichung des Prospekts.

Darüber hinaus kann sich eine Prospekthaftung aber auch aus der Inanspruchnahme persönlichen Vertrauens ergeben. Eine Bank muss etwa auch dann für die Richtigkeit der Prospektangaben einstehen, wenn sie nicht zu den Prospektverantwortlichen gehört, aber sie dem Kunden vertraglich oder im Rahmen vorvertraglicher Beziehungen zu einer Aufklärung verpflichtet ist und sich zur Erfüllung dieser Pflicht eines Prospekts bedient. Auch Vermittler und Treuhandkommanditisten kann so eine Prospekthaftung treffen. Die Schadensersatzansprüche aus dieser sog. Prospekthaftung im weiteren Sinne verjähren grundsätzlich drei Jahre ab Kenntnis des Prospektfehlers, § 199 BGB.