MPC Rendite-Fonds Leben Plus

Fakten zum Fonds

Der Fonds wurde 2002 von der MPC Münchmeyer Petersen Capital Vermittlung GmbH aufgelegt. Die Kapitalanleger beteiligten sich mit einer Mindestsumme von 10.000,00 Euro zzgl. 5 % Agio als Kommanditist oder Treugeber an der Fondsgesellschaft MPC Rendite-Fonds Leben Plus GmbH & Co. KG. Der Fonds kauft bereits bestehende nicht fondsgebundene (deutsche) Kapitallebensversicherungen und zu einem Anteil von maximal 5 % Rentenversicherungen an. Rund 75% des Investitionsvolumens in Lebensversicherungen sollte über die Aufnahme von Fremdkapital finanziert und durch die erworbenen Policen abgesichert werden.

Im Verkaufsprospekt zum Fonds werden keine konkreten Ausschüttungen prognostiziert. Es sollen Ausschüttungen im Dezember des jeweiligen Kalenderjahrs erfolgen, sobald ein ausschüttungsfähiger Betrag von mindestens 2 % des gezeichneten Nominalkapitals der Anleger vorhanden ist. Die Auflösung der Gesellschaft ist laut Prospekt zum 31.12.2017 vorgesehen.

Zustand des Fonds

Die Anleger haben im Jahr 2006 eine Ausschüttung von 3 % p. a. und im Jahr 2007 in Höhe von 8 % p. a. erhalten. Danach erfolgten keine weiteren Ausschüttungen. 

Im Februar 2010 erhielten die Anleger eine Hochrechnung über ihre Fondsbeteiligung am MPC Leben Plus 1. Danach sind keine Direktauszahlungen bis zum Ende der Beteiligung im Jahr 2017 vorgesehen. Die negativen Abweichungen der Hochrechnung von der Prognose im Verkaufsprospekt wurden folgt begründet: 
1. Die Prognoserechnung im Verkaufsprospekt basiert auf einem Modellportfolio, welches sich naturgemäß von dem tatsächlich angekauften Lebensversicherungsportfolio unterscheide.
2. Die von der Versicherung den einzelnen Policen im Portfolio zugewiesenen Verzinsungen haben sich bisher nicht wie in der Prospektprognose unterstellt entwickelt.

Die Fondsverwaltung TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH (TVP) übersandte den Anlegern mit Schreiben vom 13.08.2010 einen „Kurzreport 2009/10“ zu der Beteiligungsgesellschaft MPC Rendite-Fonds Leben plus GmbH & Co. KG. Darin teilte sie den Anlegern darüber hinaus mit, dass aufgrund der nachhaltig niedrigen laufenden Verzinsung der deutsche Lebensversicherungen und der dadurch geringer ausfallenden Rückflüsse, die mit der kreditgebenden Bank vereinbarte Beleihungsgrenze überschritten worden sei. Um eine damit drohende Fälligstellung des Darlehens abzuwenden, war geplant, auch Lebensversicherungen anzukaufen, die über die ursprünglich vorgesehen Laufzeit des Fonds hinausgehen, und damit auch die Laufzeit des Fonds um zwei Jahre zu verlängern. Die Kapitalertragsteuer sollte bis auf weiteres einbehalten und die Fremdkapitalstruktur und der Tilgungsplan optimiert werden.

Mit Schreiben vom 13.07.2011 teilt die TVP mit, dass diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätten. Die Beleihungsgrenze sei nach wie vor überschritten und die kreditgebende WestLB habe signalisiert, dies nicht weiter tolerieren zu wollen. Auf der außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 4.08.2011 wurde nun weiteren Maßnahmen zugestimmt, die die Beleihungsgrenze bis Jahresende wieder in den zugelassenen Rahmen bringen sollen. Ca. 40 % der vorhandenen Policen sollen veräußert werden, um mit deren Verkauferlös eine Sondertilgung des Darlehens vorzunehmen. Der WestLB wurde ein direktes Verwertungsrecht der Policen eingeräumt. Die im Portfolio verbleibenden Policen sollen bis zum Laufzeitende weitergeführt werden. Selbst wenn diese Maßnahmen den erhofften Erfolg bringen sollten, rechnet die Geschäftsführung allerdings damit, dass die Anleger ihr eingesetztes Kapital nicht vollständig zurück erhalten werden. Lesen Sie zu den Ergebnissen der Versammlung auch das von Rechtsanwältin Sommermeyer verfasste Protokoll zur Gesellschafterversammlung). 

Aktuell hat TVP die Anleger mit Schreiben vom 10.11.2011 informiert, dass bis zum 8.12.2011 über die Abschaffung des Anlegersammlung abgestimmt werden soll. Anleger sollten keinesfalls für die Abschaffung der Anlegerversammlung stimmen. An alle Anleger ist nur eindringlich zu appellieren, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen, um ihre Kontroll- und Mitbestimmungsrechte zu behalten. Hierzu sollte die geplante Änderung des Gesellschaftsvertrages und die Abschaffung der Anlegerversammlung abgelehnt werden (mehr hierzu unter Aktuelles). 


Anleger, die sich die Frage nach Ausstiegsmöglichkeiten stellen, sollten diese von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen lassen. In Betracht dafür kommen Schadensersatzansprüche, wenn Sie beispielsweise über die Risiken der Anlage falsch informiert oder Ihnen Provisionszahlungen verschwiegen wurden.

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Allgemeinen Fragebogen oder unser Kontaktformular ausfüllen oder uns unter der Telefonnummer 0211/69 002 60 direkt telefonisch kontaktieren.

Drohende Abschaffung der Anlegerversammlung

Anleger sollten spätestens jetzt handeln, um ihre Kontroll- und Mitbestimmungsrechte über die Fonds zu behalten.

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Protokoll zur GV des MPC Rendite-Fonds Plus

Am 4.8.2011 fand in Hamburg eine außerordentliche Gesellschafter-
versammlung des MPC Rendite-Fonds Plus statt. An der Versammlung hat Frau Rechtsanwältin Sommermeyer für einen Mandanten teilgenommen und hierzu ein Versammlungsprotokoll erstellt, das wir Ihnen zur Verfügung stellen.

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