Rechtsschutz

Müssen Rechtsschutzversicherungen die Kosten tragen?


Rechtsschutzversicherungen in Deutschland hatten in den letzten Jahren sehr hohe Kosten wegen Rechtsansprüchen aus dem Gebiet des Kapitalanlagerechts. Seit kurzer Zeit versuchen daher immer mehr Rechtsschutzversicherungen diese Ansprüche vom Versicherungsschutz auszunehmen. Allerdings umfassen diese Ausschlüsse zumeist nicht alle in Betracht kommenden Rechtsansprüche, sodass die Versicherung für diese Ansprüche einstandspflichtig bleibt.

Eine allgemeine Antwort auf die Frage, ob Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche tragen muss, lässt sich daher hier nicht geben. Vorteilhaft ist es aber sicherlich, wenn Sie schon lange Zeit bei ein und derselben Rechtsschutzversicherung waren und dort auch noch heute sind. Verfügt Ihr Lebenspartner oder ein Elternteil, mit dem Sie in häuslicher Gemeinschaft leben, über eine Rechtsschutzversicherung, so gilt eventuell auch für Sie der Versicherungsschutz.

Bei der Frage des Rechtsschutzes biete sich zumeist ein pragmatischer Weg an: Am besten Sie kontaktieren einen Rechtsanwalt und lassen diese Frage von ihm prüfen. Sie können sich natürlich auch selbst mit Ihrer Rechtsschutzversicherung in Verbindung setzen. Wenn Sie von dort aber eine Absage bekommen, sollten Sie gleichwohl noch einen Rechtsanwalt kontaktieren und diese Absage überprüfen lassen. Denn unberechtigte Absagen von Rechtsschutzversicherungen sind viel häufiger verbreitet als gemeinhin bekannt.

Dass es sich lohnen kann, sich gegen unberechtigte Absagen der Versicherungen zur Wehr zu setzen, zeigt auch ein kürzlich von mzs Rechtsanwälte erfolgreich beendetes Verfahren gegen die NRV Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG. Nachdem sich die Versicherungsgesellschaft außergerichtlich trotz mehrfacher Aufforderung geweigert hatte, die Kosten der Schadensersatzklage einer Anlegerin von Lehman-Zertifikaten zu übernehmen, haben unsere Anwälte Klage auf Erteilung einer Deckungszusage gegen die Versicherung eingereicht. Diese erteilte der Anlegerin dann kurze Zeit später die Deckungszusage, und zwar ohne dass es noch eines Urteils des Gerichtes bedurfte.